Wird diese Nachricht nicht richtig dargestellt, klicken Sie bitte hier.

asbrief 9/2020


Wie viel kostet ein Kind?

Jedes Jahr zum Schulanfang entstehen für Familien mit Kindern zusätzliche Kosten, die für viele schwer zu bewältigen sind. Aber wie hoch sind die laufenden Kosten, die monatlich für ein Kind anfallen? Erstmals hat die asb in ihren Referenzbudgets ausgerechnet, dass es bei bescheidener Lebensführung im Schnitt mehr als 800 Euro pro Kind sind. Einsparpotenzial ist kaum vorhanden. Ist einer der Ausgabenbreiche nicht gedeckt, drohen Armut und Ausgrenzung.
Zum Beitrag


Aus den Schuldenberatungen

Referenzbudgets und Kinderkosten 2020

Grafik Kinderkosten Die asb hat die für 2020 aktualisierten Referenzbudgets veröffentlicht. Erstmals wurde dabei auch eine Kinderkostenanalyse durchgeführt (siehe Grafik). Referenzbudgets sind Ausgabenraster für verschiedene Haushaltstypen. Sie zeigen auf, was an Einkommen zur Verfügung stehen muss, um einen angemessenen, wenn auch bescheidenen Lebensstil zu ermöglichen. Sie dienen als Orientierungshilfen bei der Beratung, bei der Beobachtung der eigenen Haushaltsfinanzen wie auch bei der Bemessung von sozialen Standards und Transferleistungen. Referenzbudgets für Österreich wurden von der asb – im Austausch mit anderen Ländern in Europa – entwickelt und werden seither jährlich aktualisiert.
Erstmals wurde 2020 erhoben, welche Kosten für ein Kind von 7 Jahren bzw. einen Teenager von 14 Jahren monatlich entstehen. Im Schnitt sind es mehr als 800 Euro. Drei Viertel der Ausgaben entfallen dabei auf Essen, Wohnen und Schule. Die asb ist dazu mit einer Presseaussendung an die Medien gegangen, die mehrfach übernommen wurde.
Zu den Referenzbudgets 2020
Zur Kinderkostenanalyse 2020
Zu den Budgetbeispielen
Zur Presseaussendung der asb: Wie viel kostet ein Kind?

Schuldenberatung trifft Justizministerin Zadić und Sozialminister Anschober

BM Zadic und BM Anschober In Gesprächen mit Sozialminister Rudolf Anschober Ende Juli und Justizministerin Alma Zadić Anfang September hatte asb-Geschäftsführer Clemens Mitterlehner die Möglichkeit, aktuelle Themen auf höchster Ebene anzusprechen und über die aktuelle Lage in den Schuldenberatungen zu berichten. Neben der dringenden Notwendigkeit einer Sonderfinanzierung der Schuldenberatung zur Bewältigung der wirtschaftlichen Covid-19-Folgen, standen auch die anstehenden Reformen in der Insolvenz- und Exekutionsordnung auf der Agenda. Außerdem konnten die Themen Inkassogebühren, Zinsen- und Kostenexplosion von Schulden, Finanzbildung und die notwendige Anhebung der Treuhand-Mindestvergütung besprochen werden. Die Gespräche waren von großem Interesse und großer Wertschätzung unserer Arbeit gegenüber geprägt. Wir sind gespannt auf konkrete Umsetzungen in den nächsten Monaten. Foto Zadić: © Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONI; Foto Anschober: © BKA / Andy Wenzel

Neuer Fördervertrag für Schuldenberatung Tirol

Die Schuldenberatung Tirol hat mit dem Land Tirol für drei Jahre (2020 bis 2022) einen weiteren Fördervertrag abgeschlossen. Der Stand der Beratungskapazität von zehn Vollzeitäquivalenzen in der Beratung wird erhalten und ist auf derzeit 16 BeraterInnen aufgeteilt. Durch die Corona-Pandemie wird ein Anstieg der Erstkontakte erwartet. Für 2020 und 2021 können zusätzlich bis zu 250.000 Euro verwendet werden. Erstmals wird im Vertrag auch das Betreute Konto mit 20.000 Euro pro Jahr dotiert. Damit kann die Schuldenberatung Tirol das laufende Pilotprojekt mit zehn Konten deutlich erweitern. Es könnten bis zu 100 Konten geführt werden. Claudia Stöckl führt die Konten und den KundInnenkontakt.

Schuldnerberatung OÖ: Erasmus-Projekt zur Finanzbildung

Mädchen mit Sparschwein Die Schuldnerberatung OÖ / KLARTEXT – Finanzelle Gesundheit nimmt an einem internationalen Erasmusprojekt zur Finanzbildung teil. Titel des Projekts ist „Curriculum und Challenge zum Lernen und Anwenden Finanzieller Grundbildung“ (FibiC). Mit an Bord sind Partner aus Deutschland, Belgien, Bulgarien und Spanien. Ziel ist unter anderem die Entwicklung eines Lehrplans, der als Leitfaden und Orientierung für Bildungseinrichtungen für deren Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen dient. Geplant ist, dass sich der Lehrplan als europäischer Referenzrahmen etabliert, um eine vergleichbare Qualität in Europa zu gewährleisten. Die Ergebnisse werden auf einer Website veröffentlicht.

Recht - Politik - Daten

Nationalrat für mehr Transparenz bei Inkassogebühren

Im Juli beschloss der Nationalrat einstimmig die Evaluierung der Verordnung zu den Höchstsätzen, die Inkassoinstitute vergütet bekommen. Die Verordnung stammt aus dem Jahr 2005, die Berechnungen sind oft nicht transparent. Basis für die Entschließung war ein Antrag der SPÖ, der jedoch keine ausreichende Unterstützung gefunden hatte. Konsens herrscht bei allen Parteien, dass es mehr Transparenz und Rechtssicherheit braucht. Viele der diskutierten Forderungen waren von den Schuldenberatungen in den politischen Diskurs gebracht worden.
Zum Bericht auf der Parlamentsseite

Altersarmut ist weiblich

Frauenzeichen Einmal mehr belegen Zahlen, dass Armut im Alter weiblich ist. Mehr als zwei Drittel aller armutsgefährdeten Personen über 65 sind Frauen. 2019 gab es in Österreich nach Erhalt von Sozialleistungen noch immer 200.000 armutsgefährdete Haushalte mit Pensionsbezug: 49 Prozent davon waren Mehrpersonenhaushalte, 8 Prozent mit alleinlebenden Männern - und 43 Prozent mit alleinlebenden Frauen. Die Kluft zwischen den Einkommen von Pensionisten und Pensionistinnen wird als Gender-Pensions-Gap bezeichnet. So bekamen Frauen im Dezember 2018 durchschnittlich 1.126 Euro Brutto-Alterspension, Männer hingegen 1.966 Euro. Das ist im Schnitt um ca. 43 Prozent weniger Pension für Frauen. Grund dafür ist zum einen der niedrigere Verdienst von Frauen. Zum anderen stehen Frauen kürzer im aktiven Erwerbsleben als Männer: Im Durchschnitt sind es 24,4 Erwerbsjahre bei Frauen und 36,5 bei Männern. Gründe dafür sind das derzeit noch frühere Pensionsantrittsalter sowie die Kindererziehung, die nach wie vor Frauensache ist.
Zum Bericht im Standard

Gesichter der Finanzbildung

Seit den 1990er Jahren sind die staatlich anerkannten Schuldenberatungen in der Finanzbildung aktiv. In dieser neuen Rubrik präsentieren die ExpertInnen der Schuldenberatungen ihren Zugang zum Thema.

Markus Seiberl, SCHULDNERHILFE OÖ:
Reden wir über Geld!

Porträt Markus Seiberl „Über Geld spricht man nicht.“ Oder doch lieber: „Je besser du über Geld reden kannst, desto besser wirst du damit umgehen können“. Für mich gilt klar die zweite Aussage, sowohl im Privaten, als auch in meinen fünf Jahren bei der SCHULDNERHILFE OÖ.
Was passiert, wenn wir im Rahmen eines Workshops über Geld reden?
•    Das für manche „biedere“ Thema Geld wird enttabuisiert.
•    Durch den Austausch mit anderen in einer ähnlichen Lebenslage werden Teilnehmende entlastet.
•    Verhaltensänderungen können durch alternative Handlungsstrategien angeregt werden.
Ich versuche, die Kurse interaktiv und abwechslungsreich zu gestalten. Aus Rückmeldungen weiß ich, dass manche davor einen langweiligen Workshop erwarten. Und dass sie dann überrascht sind, wie nahe am Alltag und hilfreich für das tägliche Leben die erarbeiteten Inhalte sind.
Finanzielle Allgemeinbildung bedeutet für mich, durch Selbstreflexion und Wissensgewinn finanzielle Sicherheit und Freiheit zu erlangen. Die Sicherheit, durch einen guten Überblick über die eigenen Finanzen auch spontan notwendige Ausgaben bewältigen zu können. Und die Freiheit, durch gute Planung Geld bewusst auszugeben und somit Spaß daran haben zu können. Diese Grundhaltung und Kompetenz versuche ich zu vermitteln.
Zur Finanzbildungsseite der SCHULDNERHILFE OÖ

Erklärt in Leichter Sprache

Zahlungs-Befehl

Sie bezahlen die Schulden nicht zum vereinbarten Termin.
Dann können sich die Gläubiger an das Gericht wenden und den Betrag einklagen.
Das Gericht schreibt Ihnen dann einen Brief. Das ist der Zahlungs-Befehl. In diesem Brief werden Sie zum Zahlen des Betrages aufgefordert. Im Brief werden Sie die „verpflichtete Partei“ genannt.
Wenn Sie nicht bezahlen, kommt es zu einer Pfändung.
Das Gericht überprüft aber nicht, ob der Betrag auch tatsächlich stimmt. Deshalb sollten Sie immer ganz genau lesen, ob der Betrag richtig ist.
Wenn etwas nicht stimmt, können Sie innerhalb von 4 Wochen einen Einspruch erheben.
Dann müssen Sie nicht gleich zahlen, sondern es kommt zu einer Verhandlung bei Gericht. Die Kosten dafür muss die Person zahlen, die im Unrecht war.

Mehr Fachwörter in Leichter Sprache:

Europa/Welt

Liechtenstein bekommt Privatkonkurs

Die Regierung des Fürstentums Liechtenstein hat Anfang September 2020 ihre Absicht bekundet, die liechtensteinische Konkursordnung zu novellieren. Die Reform des Konkursrechts hat zum einen das Ziel, realistische Voraussetzungen für die Sanierung von Unternehmen zu schaffen. Bisher lag der Schwerpunkt auf der Zerschlagung von Unternehmen. Zum anderen soll mit der Novelle auch der Privatkonkurs eingeführt werden. Nach einer zweiten Lesung des liechtensteinischen Landtags im Herbst 2020 könnte das neue Insolvenzrecht bereits Anfang 2021 in Kraft treten. Die Einführung des Privatkonkurses bedingt den Aufbau einer Schuldenberatungsstelle, weshalb das Inkrafttreten der Regelungen zum Privatkonkurs erst mit Beginn des Jahres 2022 geplant ist. Die asb hat dem liechtensteinischen Justizministerium dafür Unterstützung angeboten.
Zur Pressemeldung des Fürstentums Liechtenstein

18 Millionen Haushalte in Europa überschuldet

Logo ecdn Das europäische Netzwerk zur Bekämpfung von Überschuldung ECDN (European Consumer Debt Network), hat eine Erhebung zur Überschuldungssituation privater Haushalte in Europa durchgeführt: Mindestens 18 Millionen Europäische Haushalte haben ernsthafte Schuldenprobleme, die durchschnittliche Verschuldung beträgt 25.000 Euro. Sandy Madar, Präsidentin des ECDN, weist darauf hin, dass zwischen fünf und zehn Prozent der Bevölkerung innerhalb der EU aufgrund ihrer Überschuldungssituation von der Teilhabe am wirtschaftlichen Leben ausgeschlossen sind. Basis für die Erhebung ist ein Sample von zehn EU-Staaten, die drei Viertel der EU Bevölkerung ausmachen.
Zur Seite des ECDN (englisch)

asb Seminarangebot

Die asb organisiert neben der Ausbildung von SchuldenberaterInnen auch Seminare zur Weiterbildung, die für alle Interessierte aus NPOs offen sind. Die Themen sind besonders für MitarbeiterInnen in beratenden, sozialen Einrichtungen interessant. Alle Seminare finden unter Einhaltung der Corona-Sicherheitsmaßnahmen statt.

FINANZCOACHING - Erste Schritte aus der Schuldenfalle
Der Dauerbrenner unter den asb-Seminaren!
Die TeilnehmerInnen erhalten einen Überblick über die relevanten Problemfelder im Zusammenhang mit Schulden und lernen die Instrumente der Schuldenregelung kennen. Dadurch wird ihnen ermöglicht, verschuldete Personen bei der Vorbereitung auf die Schuldenregelung kompetent zu unterstützen. Die Seminare im Frühjahr 2020 stehen zur Anmeldung bereit.

05. – 06.10.2020 in Innsbruck
Jetzt online informieren und anmelden

09. – 10.11.2020 in Graz
Jetzt online informieren und anmelden

23. – 24.11.2020 in Bregenz
Jetzt online informieren und anmelden





About/Impressum
Der asbrief erscheint als monatlicher Newsletter der Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldenberatungen asb mit aktuellen Informationen rund um Schuldenprobleme, Schuldenberatung und -regulierung.

Fotos: Fotolia, asb, österreichische Schuldenberatungen, Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONI, BKA / Andy Wenzel, ECDN

Sie haben den asbrief weitergeleitet bekommen und wollen ihn nun regelmäßig bekommen? Hier können Sie ihn sofort bestellen

Sie wollen den Newsletter nicht mehr bekommen? Hier abbestellen


ASB Schuldnerberatungen GmbH
Bockgasse 2 b
4020 Linz
Österreich

0732 65 65 99
pr@asb-gmbh.at
www.schuldenberatung.at

Register: 230327t
Tax ID: ATU 56591744
Gefördert aus Mitteln des BMJ und BMSGPK